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Sendeantennen selber bauen...

Wer sich jetzt günstig eine Sendeantenne selbst bauen möchte, hat mit ein paar einfachen Handgriffen gut lachen. Er braucht die sonst recht teuren Preise für spezielle UKW-Sendeantennen nicht zu bezahlen.
Die unten beschriebene Sendeantenne hat eine Bandbreite von +-2 MHz.

Was wir brauchen:

  1. Eine UKW-Empfangsantenne, egal ob Dipol, 3, 5, 8 oder 10-Element.
  2. Ausreichend langes Antennenkabel (RG 58U oder besser RG 213) zur Verkabelung zwischen Sender und Antenne + 1,5 Meter für unseren Balun !
  3. Einen zum Kabel passenden PL, bzw. N-Stecker
  4. Zwei stabile Lötösen
  5. Kabelbinder
  6. Ein Lötkolben, etwas Lötzinn und etwas Geschick !

Da eine UKW-Empfangsantenne werkseitig auf 75 Ohm ausgelegt ist, muss die vorhandene Anpassung ausgebaut werden. An Ihrer Stelle wird künftig ein von uns gebauter Balun seinen Dienst tun, der die Antenne auf die 50 Ohm unseres Senders anpasst. Die Länge des Baluns ist von der Sendefrequenz abhängig auf der gesendet werden soll. Sie ergibt sich aus folgender Formel:

Lambda
-------------
2
* Verkürzungsfaktor (0,66).

Bei einer Sendefrequenz von 97.2 MHz würde die Formel wie folgt angewandt: 

300 : 97.2 = 3,0864 Mtr. (Wellenlänge)
Wellenlänge, also 3,0864 : 2 = 1,5432
1,5432 X 0.66 = 102 cm.

Unser Balun muss also anhand unseres Beispiels eine exakte Länge von 102 Zentimetern aufweisen.

  Schneide jetzt vom Antennenkabel ein Stück ab, dass exakt der Länge entspricht die Du durch die oben genannte Formel errechnet hast. 
  Die äußere Ummantelung wird an beiden Enden um jeweils 2 cm vorsichtig abisoliert. Die Abschirmung dabei nicht verletzen!
  Ist dies geschehen, wird die Isolierung auseinander gespreizt und zu einem Drahtbündel gedreht. Das Gleiche geschieht mit der anderen Seite des Kabels.
  Jetzt wird an beiden Enden der Innenleiter um 1 cm abisoliert. Auch hier darauf achten dass das Kabel unbeschädigt bleibt.
  Jetzt, da wir schon so viel Übung haben, verfahren wir mit der Zuleitung zur Antenne genauso. Das Ende der Antennenzuleitung sollte genauso aussehen wie das von uns bereits berechnete und bearbeitete Kabel.
  Jetzt werden alle drei Außenleiter miteinander verbunden. Dazu werden die Kabelbündel miteinander verlötet. Um besser arbeiten zu können und um der Konstruktion zusätzliche Stabilität zu verleihen, ist es ratsam den Kabelstrang mit 2 oder 3 Kabelbindern zu fixieren.
  Einen Innenleiter unseres berechneten Kabels verdrehen wir mit dem Innenleiter der Zuleitung.
  Die Enden der Innenleiter werden nun mit jeweils einer stabilen Lötöse verlötet.
  Das eine Ende mit der Zuleitung wird an der rechten Schraube, das andere Ende wird an die linke Schraube des Faltdipols angeschlossen. Fertig !

Skizze

 

Vorsorge:
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass niemals Regenwasser in das Kabel eindringen kann. Das Kupfer im Kabel oxydiert (verrostet) wenn es Nass wird. Außerdem kann Wasser auch in das Kabel hineinziehen sollte es direkt in die Anschlussdose oder in einen nicht abisolierten Stecker laufen. Das Kabel wird daraufhin unbrauchbar. Die Schäden die das eingelaufene Wasser verursacht sind nicht direkt sichtbar und so wird fälschlicherweise meist der Sender oder die Antenne als Fehlerquelle verdächtigt. Freiliegende Stecker / Kupplungen und Antennenanschlusskästchen sollten also immer mit Isolierband gegen Feuchtigkeit gesichert werden.

Kontrolle:
Noch einmal kontrollieren ob sich kein Kurzschluss zwischen Innenleiter und Außenleiter befindet und das Ganze noch einmal leicht auf Zugfähigkeit testen (etwas Zugkraft muss unsere Konstruktion aushalten) und am anderen Ende unserer Antennenzuführung den PL (oder optional auch N)-Stecker anlöten.

Tip:
Sollte dickes Kabel (RG 213 o.Ä.) verwendet werden, ist meist eine Anpassung der Antennendose erforderlich da diese dann meist nicht mehr richtig schließt. Die Ausbuchtungen für die Kabel können dann mit einer Tischbohrmaschine ausgebohrt oder ausgefeilt werden. Alternativ bietet sich als Ersatz für die vorhandene Antennendose auch eine Elektroverteilerdose an, die es in jedem Baumarkt gibt.

Verkürzungsfaktoren der Antennenkabel:
Sollte ein anderes Kabel als die hier verwendeten RG 213 oder RG 58 verwendet werden, muss ggf. der abweichende VK-Wert des jeweiligen Antennenkabels bei der Berechnung des Baluns berücksichtigt werden. Detaillierte Kabelinfos findest Du hier.
 

Viel Erfolg !

Sollten noch Fragen zum Bau einer solchen Antenne offen sein, dann schreibt mir eine Email.
Auch Fotos von Eurer selbst gebastelten Konstruktion sind jederzeit willkommen !

 

(C) 2010 Michael Böckmann

 

 
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