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Wie wird RDS übertragen?
oder: Das Stereo-Multiplexsignal

Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Für die Grundübertragung an Musik/Informationen benötigt man einen Radiosender irgendwo zwischen 87.5 - 107.9 MHz auf dessen Träger dann die Musik/Informationen moduliert werden. Eins vorweg: Mit "Informationen" meinen wir natürlich die reinen RDS-Daten, die ebenfalls - wie auch das Stereosignal - mit Hilfe von Hilfsträgern auf den UKW-Träger aufgespielt werden. Diese Hilfsträger hört man nicht, da sie in einem für den Menschen unhörbaren Bereich senden. Verschiedene Haustiere sind aber in der Lage einen Teil dieser extrem hohen Töne zu hören.

Doch zurück zur Technik: Benötigt werden diese Hilfstöne um dem Empfänger zu signalisieren, ob der empfangene Radiosender in Stereo sendet und ob er RDS-Informationen ausstrahlt.

Während das Stereomultiplexsignal noch relativ einfach zu erzeugen ist, wird es mit dem RDS-Signal zunehmend haariger. Hier muss ein Hilfsträger von 57 kHz erzeugt werden, dessen Mittensignal unterdrückt wird. Nur die verbleibenden Seitenbandträger leiten die RDS-Daten zum Empfänger. Wird das Mittensignal nicht exakt unterdrückt, ist eine RDS-Übertragung nicht möglich.

Die RDS-Daten werden als pulsierender Datenstrom übertragen. Hierbei ist es egal, ob immer dasselbe übertragen wird (z.B. allein der Stationsname) oder ob die übertragenen Daten alle paar Sekunden geändert werden und somit "Dynamisches RDS" möglich wird. Hitradio FFH und andere Sender nutzen zum Beispiel diese Möglichkeit indem sie z.B. den Namen der Sendung, das Wetter oder Verkehrsinformationen auf das Display der Autoradios übertragen. In Italien ist dynamisches RDS gang und gäbe. Dort wird sogar Werbung über die Displays ausgestrahlt. Einen kleinen Haken hat diese Übertragungstechnik aber doch: Es sind pro Anzeige nur 8 Buchstaben möglich. Für den Stationsnamen mag das in den allermeisten Fällen irgendwie reichen, für lange Wörter müssen zunehmend teilweise haarsträubende Abkürzungen oder Trennungen herhalten.

RDS-Encoder kann man auch selbst bauen !

Da das RDS-Signal ziemlich komplex ist, ist eine einwandfreie RDS-Übertragung nur möglich, wenn das empfangene Signal sauber ist und mit einer halbwegs vernünftigen Feldstärke hereinkommt. Andernfalls bricht die Anzeige von RDS-Daten allmählich ab. Ein ähnliches Phänomen ist bei schwacher Feldstärke auch beim UKW-Stereoempfang zu beobachten. Mit abnehmender Feldstärke beginnt der Stereoempfang zu rauschen, währenddessen das Monosignal weiterhin klar und sauber zu hören ist. Das liegt darin begründet, dass zum einwandfreien Stereosignal eine vielfach höhere Versorgungsspannung des Trägers im Empfänger nötig ist. Erreichen kann man dies durch eine leistungsfähige Richtantenne, die bei exakter  Ausrichtung und geeigneter Aufstellung aus verrauschten Stereosignalen und verschollenen RDS-Informationen einen akzeptablen Empfang ermöglicht. Oftmals ist es aber trotz hoher Feldstärke eines UKW-Senders nicht möglich diesen im Autoradio rauschfrei und verzerrungsfrei zu empfangen. So kommt es in "zu gut" versorgten Gebieten zu Spiegelungen, die sich darin äußern, das der Empfang verzerrt ist oder völlig aussetzt. Vor allem bei mobilem Empfang (Autoradio) kann man dieses Phänomen beobachten. Fährt ein Auto in einer Großstadt z.B. durch eine Straße die ein oder zweiseitig mit Häuserzeilen bebaut ist, kommt es oftmals zu den eben erwähnten Spiegelungen. Das Signal des Senders trifft direkt auf die Antenne des Autoradios und auf die Häuserzeile, die in Richtung des Senders gelegen ist. Dort wird das Signal reflektiert und auf die gegenüberliegende Häuserzeile geworfen, dort wieder zurück auf die Autoradioantenne. Noch schlimmer wird es, wenn man in einem Talkessel (z.B. in den Alpen) unterwegs ist. Obwohl das Radiosignal mit Lichtgeschwindigkeit reist, kommt es aber dennoch zu einer geringen Zeitverzögerung in der das Originalsignal des Senders und das reflektierte Signal von den Häusern bzw. Bergen auf die Empfangsantenne trifft und sich dort vermischt. Durch diese Zeitverzögerung verzerrt das Signal. In extremen Fällen löscht es sich sogar ganz aus !

Gelöst werden sollten diese Probleme durch die Einführung des digitalen Radios (DAB), welches aber mittlerweile als gescheitert gilt. Die Empfänger für digitales Radio waren vergleichsweise teuer und beim Endkonsumenten kaum bekannt. Durch die multimedialen Dienste via DVB-T, Internet und Satellit hat DAB mittlerweile kaum mehr eine Bedeutung. Auch dem Nachfolgesystem DAB2, welches auf dem MP4-Codec aufsetzt wird eine ähnliche Zukunft vorausgesagt, da inzwischen die Mehrheit Musik meist als MP3 oder per Webradio konsumiert.

(C) 2010 Michael Böckmann

 

 
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