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Das Handy als Peilsender

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Der Techniker der deutschen DeTeMobil D1 tippt die Telefonnummer des gesuchten Handykunden in den Computer und drückt die "Enter"-Taste. Nach wenigen Sekunden erscheint die gewünschte Information am Display: "local area, Wien" - der deutsche Handy-Besitzer befindet sich also in Österreich. So wie D1 feststellen kann, wo sich D1-Kunden aufhalten, ist das auch D2, E-Plus sowie den österreichischen Netzbetreibern Mobilkom, max.mobil und künftig Connect-Austria möglich. Auf Knopfdruck können Techniker und Kriminalisten Verdächtige orten. Überall auf der Welt. Diese technische Möglichkeit macht Schule. Mehrmals pro Monat sind die Kriminalisten in den Netzwerk-Management-Center der Mobilfunkbetreiber zu Gast und winken mit einem vom U-Richter oder Dreier-Richtersenat unterzeichnetetn Schreiben, wenn sie deren Büro betreten. Oft wollen sie nur Gesprächsdaten, Ausdrucke mit Telefonnummern und Uhrzeit, mit wem der Mordverdächtige X oder die Drogendealerin Y wann telefoniert hat. Immer öfter aber wollen die Kriminalisten Tatverdächtige lokalisieren und diese von der Zentrale aus verfolgen. Wenn im Abstand von wenigen Minuten immer wieder die Nummer eingetippt wird, läßt sich klar erkennen, wohin sich eine Person bewegt. Ein Weg-Zeit-Diagramm wie aus dem Bilderbuch entsteht. Denn wer ein Mobiltelefon besitzt, hat mit dem Handy zugleich auch einen Peilsender in der Tasche. So praktisch ein Mobiltelefon ist, es macht uns leichter kontrollierbar und verfolgbar. Mann kann heute feststellen, wo wir gestern, vorgestern oder vor 14 Tagen waren. Das Mobiltelefon steht in ständigem Kontakt mit der nächsten Funkstation. Auch wenn nicht telefoniert wird, meldet sich das Handy im Abstand von wenigen Sekunden bei der Station. Diese leitet die Daten an ein sogenanntes Mobile Switching Center (MSC) weiter, das wiederum an die Zentrale, das Home Location Register (HLR). Wenn sich ein deutscher oder österreichischer Handy-Besitzer im Ausland, beispielsweise in Australien, aufhält, funktioniert das ähnlich. Sobald man in Sydney aus dem Flugzeug steigt und das Handy einschaltet, tritt das Mobiltelefon mit der nächsten Funkstation in Kontakt, diese mit dem Besucher-Register und dieses informiert schließlich die Zentrale in Deutschland oder Österreich. Zwar funktioniert die Ortung nicht auf Meter genau, aber in den städtischen Bereichen kann die Position eines Menschen manchmal bis auf 20, 30 Meter bestimmt werden. Denn in Ballungszentren kommen sogenannte Mikrozellen zum Einsatz, Mini-Funksstationen, die in geringem Abstand hintereinander an den Hausfassaden angebracht sind. Schwieriger ist das Lokalisieren auf dem Land, denn dort stehen die Funkstationen einige Kilometer voneinander entfernt. Offiziell läßt sich dort der Standort eines Kunden nur auf einen Radius von wenigen Kilometern bestimmen, denn eine große Basisstation wird in drei Sektoren unterteilt, und in einem dieser Sektoren ist das Mobiltelefon angemeldet. Inoffiziell ist der Standort aber punktgenau errechenbar. Die Techniker greifen dabei auf ein System zurück, das sich Timing-Advance (TA) nennt. Bei TA wird die Distanz errechnet, die ein Funksignal von einer Funkstation zum Handy zurücklegt. Will man den genauen Standort wissen, errechnet man zuerst den TA-Wert des Handys von jener Station, bei der es angemeldet ist. Danach wird dem Handy von der Zentrale aus befohlen, auf die nächstgelegene Funkstation auszuweichen. Dort wird der Vorgang wiederholt. Dort, wo sich die beiden TA-Linien kreuzen, befindet sich der Handyaner. Nur wenn das Mobiltelefon ausgeschaltet ist, läßt es sich nicht lokalisieren. Im Zentralcomputer scheint dann die jeweils letzte Station auf, bei der sich das Handy angemeldet hatte. Aber auch diese Daten können höchst aufschlußreich sein. Wenn sich ein Mobiltelefon nämlich täglich am Abend bei einer bestimmten Basisstation zuletzt meldet, kann angenommen werden, dass der Teilnehmer in der Nähe übernachtet. Zwar darf ein Handy-Besitzer nur über richterlichen Befehl geortet werden, Mobilfunkbetreiber machen hin und wieder aber auch Ausnahmen. Heftig dementiert wird der Fall eines Unternehmers, der seine Außendienstmitarbeiter mit Handys ausgestattet hat. Einen von ihnen versuchte er einen ganzen Tag lang zu erreichen, erhielt aber immer dieselbe Antwort: "Dieser Anschluß ist derzeit nicht erreichbar...". Und das, obwohl sein Mitarbeiter angab, in einem Gebiet zu sein, das auf einer Landkarte als "versorgt" angegeben wurde. Der Beschwerdeanruf beim Netzbetreiber soll daraufhin Klarheit geschaffen haben. "Ihr Mitarbeiter mit der Handy-Nummer 1234567 war an diesem Tag nicht dort, sondern 150 Kilometer entfernten XY und dort funktioniert unser Netz noch nicht." Trotz offizieller Dementis sind Insider aus der betroffenen Branche überzeugt, dass es sich tatsächlich so zugetragen hat. Die Begründung: "Wenn eine Firma, die viele Handys bei uns angemeldet hat, droht, alle zu kündigen und diese beim anderen Mobilfunkbetreiber anzumelden, wird man ihm wohl jede Information geben." Vor einigen Jahren, als die österreichische Mobilcom noch in die staatliche Post eingegliedert war, meldetet sich der Besitzer eines C-Netz-Telefons nach einem feuchtfröhlichen Heurigen-Besuch bei den Funktechnikern: Er wisse nicht mehr, wo er sein Auto geparkt habe. Die Techniker sollten ihm bei der Lokalisierung des Autos mittels C-Netz-Autotelefon helfen. "Wir haben ihm ausnahmsweise geholfen", erzählt der Techniker. "Da beim C-Netz die Funkstationen aber ziemlich weit auseinander stehen, konnten wir ihm nur sagen, in welchem Bezirk sein C-Handy angemeldet ist. Diese Information hat ihm genügt, er hat sein Auto wiedergefunden.

 

 
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